E-Scooter-Versicherung: schnell zur Plakette und günstig versichert

E-Scooter-Versicherung: schnell zur Plakette und günstig versichert

Jun 16, 2026 E-Mobilität , Elektroroller 0Kommentare

E-Scooter-Versicherung: schnell zur Plakette und günstig versichert

Der neue E-Scooter ist da, der Akku ist geladen und eigentlich möchte man sofort losfahren. Verständlich. Trotzdem gibt es einen Punkt, den man vor der ersten Fahrt nicht überspringen sollte: die E-Scooter-Haftpflichtversicherung samt Versicherungsplakette.

In Deutschland darf ein E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr nur genutzt werden, wenn er versichert ist und eine gültige Versicherungsplakette trägt. Das gilt auch dann, wenn man nur kurz testen möchte. Gerade bei einem neu gelieferten Scooter ist die Versuchung groß, einmal um den Block zu fahren. Genau das sollte man ohne Versicherung aber nicht machen.

Wer möglichst schnell eine Plakette will, kann diese bei einem lokalen Versicherungsmakler abholen. Ansonsten war unserer Erfahrung nach der Versand bei der Barmenia Gothaer sehr zügig, die Plakette war am 2. Werktag nach der Bestellung da. Wer es nicht so eilig hat kann auch nur nach dem Preis gehen.

Preisübersicht für E-Scooter-Haftpflicht

Die folgende Tabelle bezieht sich auf die Preise die sich aktuell (Mitte Juni 2026) recherchieren ließen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Jahresbeitrag, der immer ab 1. März beginnt und dem Preis für die Restlaufzeit, wenn man erst mitten im Versicherungsjahr abschließt. Die Preise beziehen sich auf die Versicherung eines als Elektrokleinstfahrzeug (eKFV) zugelassenen E-Scooters bis 20km/h für Nutzer über 23 Jahren. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Anbieter Preis Restlaufzeit ab Mitte Juni 2026 bis Ende Februar 2027 Jahresbeitrag bei Start ab 01.03.2026 Hinweis Website
AdmiralDirekt 21,40 €     AdmiralDirekt
HUK-Coburg 21,50 €     HUK-Coburg
HUK24 21,50 €     HUK24
Barmenia Direkt / Barmenia Gothaer 21,60 €     BarmeniaGothaer
WGV 21,60 €     WGV
Öffentliche Braunschweig 21,60 €   Regionaler Anbieter, nur Niedersachsen Öffentliche Braunschweig
VHV 22,67 €     VHV
ADAC 23,21 € (ADAC-Mitglieder) sonst 25,78 €   Unter "Mopedversicherung" versteckt, dort Elektrokleinstfahrzeug als Fahrzeugart wählen ADAC
Debeka 24,44 €     Debeka
Allianz 24,80 €     Allianz
VGH 25 €   Regionaler Anbieter, nur Niedersachsen VGH
Versicherungskammer Bayern / VKB 25,53 €     VKB
Itzehoer   25,99 € Auch online muss ein Berater gewählt werden Itzehoer
LVM 26,40 €     LVM
AXA   29 € Auch online muss ein Berater gewählt werden AXA
DEVK   29 € Auch online muss ein Berater gewählt werden DEVK
Provinzial   29 € Auch online muss ein Berater gewählt werden Provinzial
die Bayerische 29,30 €     die Bayerische
Württembergische   29,90 € Auch online muss ein Berater gewählt werden Württembergische
Sparkassenversicherung / SV 30€   Unter Mopedversicherung "versteckt", dort E-Scooter (eKF) wählen Sparkassenversicherung
Adam Riese ca. 23,88 €   Derzeit nicht verfügbar? Ggf. nur über Vergleichsportale. Adam Riese
Öffentliche Oldenburg 31€   Regionaler Anbieter Öffentliche Oldenburg
GVV Direkt 31,20 €     GVV Direkt
Zurich 31,90 €   Restlaufzeit noch prüfen. Zurich
ERGO 33,59 € 42 €   ERGO
R+V 34,30 €     R+V
BGV 35,20 €   Restlaufzeit noch prüfen. BGV
Mecklenburgische   36 € Auch online muss ein Berater gewählt werden Mecklenburgische
CosmosDirekt / Dialog 46,40 €     CosmosDirekt
Lippische Landes-Brandversicherung Wird online nicht angezeigt   Auch online muss ein Berater gewählt werden Lippische
Helvetia Wird online nicht angezeig   Auch online nur auf Anfrage Helvetia
HDI Wird online nicht angezeig   Auch online nur auf Anfrage HDI
Concordia Wird online nicht angezeig   Auch online nur auf Anfrage über Berater. Concordia
Generali Wird online nicht angezeig   Auch online nur auf Anfrage über Berater. Generali

 

Haftpflicht ist Pflicht, Kasko ist optional

Für E-Scooter ist eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Sie springt ein, wenn man mit dem Scooter anderen einen Schaden zufügt, zum Beispiel wenn man einen Fußgänger verletzt, ein parkendes Auto beschädigt oder einen Unfall mit sonstigen Schäden verursacht.

Eine Teilkasko oder Kasko ist dagegen nicht vorgeschrieben. Sie schützt in erster Linie den eigenen Scooter, etwa bei Diebstahl oder bestimmten Schäden am Fahrzeug. Ob sich das lohnt, hängt vom Wert des Scooters, vom Abstellort und vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Zu beachten ist bei der Kaskoversicherung die Selbstbeteiligung, allein dadurch lohnt sie sich meist nicht für sehr günstige E-Scooter. Für die reine Zulassung zur Teilnahme am Straßenverkehr reicht aber die Haftpflichtversicherung.

Wer vor allem günstig unterwegs sein möchte, sollte deshalb beim Vergleich genau darauf achten, dass wirklich nur die Haftpflicht betrachtet wird. Viele Versicherer zeigen im Rechner auch direkt Kombinationen mit Teilkasko an. Das kann sinnvoll sein, verfälscht aber den Preisvergleich, wenn man nur die gesetzlich notwendige Absicherung sucht. Die Deckungssumme ist bei allen, auch den günstigen Haftpflichtversicherungen typischerweise sehr hoch, von daher kann man getrost bei der Haftpflichtversicherung einfach einen günstigen Tarif wählen, bei der Kaskoversicherung gilt es die tatsächlichen Leistungen zu vergleichen.

Warum man nicht ohne Versicherung fahren sollte

Ohne Haftpflichtversicherung mit dem E-Scooter zu fahren, ist keine Kleinigkeit. Es geht dabei nicht nur um ein Verwarngeld oder eine Formalität, sondern um einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz, womit man sich im Bereich einer Straftat befindet.

Wichtig ist aber auch das finanzielle Risiko. Mit einem E-Scooter kann man durchaus erhebliche Schäden verursachen. Ein zerkratztes oder beschädigtes Auto ist noch das kleinere Problem. Richtig teuer wird es, wenn eine Person verletzt wird. Dann können Behandlungskosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld oder langfristige Folgekosten entstehen. Solche Schäden können schnell in die Zehntausende oder Hunderttausende Euro gehen. Ist man mit dem E-Scooter unterwegs, so ist man nicht von einer Privathaftpflichtversicherung abgesichert, die z.B. einspringen würde wenn man mit einem gewöhnlichen Fahrrad einen Unfall baut.

Deshalb gilt: Auch für eine kurze Probefahrt sollte der Scooter versichert sein. Nicht erst ab morgen, nicht erst nach der ersten richtigen Fahrt, sondern bevor man ihn im öffentlichen Straßenverkehr nutzt.

Versicherung vorhanden, aber Plakette noch nicht dran: ein anderer Fall

Man sollte zwischen zwei Situationen unterscheiden:

Erstens: Es besteht noch gar keine Haftpflichtversicherung. Dann sollte der Scooter nicht gefahren werden.

Zweitens: Die Versicherung ist bereits wirksam abgeschlossen, aber die Plakette wurde noch nicht angebracht oder der Kennzeichenhalter ist abgebrochen. Auch das ist nicht ganz korrekt, weil die Plakette sichtbar am Scooter angebracht sein muss. Dabei handelt es sich dann um eine Ordnungswidrigkeit, die Strafe wäre hier deutlich geringer als bei einem Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und man ist im Falle eines Unfalls auch bezüglich der finanziellen Folgen abgesichert. Es also anderes, als komplett ohne Versicherungsschutz unterwegs zu sein.

 

Schnell zur Plakette: online bestellen oder vor Ort abholen

Viele Versicherungen bieten den Abschluss online an. Das ist bequem, aber die Plakette kommt dann meistens per Post. Häufig dauert das nur wenige Werktage, aber darauf verlassen sollte man sich nicht immer. Je nach Anbieter, Versandweg, Wochenende oder Feiertagen kann es länger dauern.

Wenn man den Scooter gerade bekommen hat und möglichst schnell fahren möchte, kann ein lokaler Versicherungsvertreter oder eine Geschäftsstelle die bessere Lösung sein. Einige Versicherer geben die Versicherungsplakette direkt vor Ort aus. Dann kann man sie nach dem Abschluss mitnehmen und am Scooter anbringen. Da man die Fahrzeugidentifikationsnummer des E-Scooters vor der Lieferung noch nicht kennt, kann man die Versicherung üblicherweise noch nicht im Voraus abschließen, daher ist es meist die schnellste Möglichkeit bei einem Versicherungsbüro vor Ort die Plakette zu holen. Sinnvoll ist es dort zuvor kurz anzurufen, ob auch tatsächlich die Klebekennzeichen vorhanden sind, so dass man nicht doch auf Post mit dem Versicherungskennzeichen warten muss.

Es bietet sich an z.B. bei Google Maps nach Versicherungsvertretern mit Büro in der Umgebung zu schauen. Die Preise orientieren sich meist, aber nicht immer, an den oben in der Preisvergleichstabelle genannten Onlinepreisen. Viele Büros hat z.B. die Allianz oder die HUK ode die LVM, je nach Gegend können es aber auch regionale Anbieter sein die häufiger vertreten sind. Oft bieten z.B. auch Sparkassen lokal die Kennzeichen der Sparkassenversicherung an, sowie einige andere Banken. Auch der ADAC hat in vielen größeren Städten Büros, in denen man an das Versicherungskennzeichen kommen kann.

Nicht jeder E-Scooter ist versicherbar

Ein weiterer Punkt, den man vor dem Versicherungsabschluss prüfen sollte: Der Scooter muss für den deutschen Straßenverkehr zugelassen sein. Üblicherweise bedeutet das, dass er eine Allgemeine Betriebserlaubnis, kurz ABE, oder eine entsprechende Einzelbetriebserlaubnis hat.

Das ist nicht nur eine technische Formalität. Ohne passende Betriebserlaubnis darf der Scooter nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Außerdem nehmen Versicherer solche Fahrzeuge in der Regel gar nicht erst in die E-Scooter-Versicherung auf. Noch auf der Suche nach einem E-Scooter mit ABE? Hier ist ein empfohlenes Modell bei Zigbuy.

Beim Kauf sollte man deshalb auf Formulierungen wie mit Straßenzulassung, mit ABE oder für Deutschland zugelassen achten. Bei Importmodellen oder sehr günstigen Angeboten lohnt sich ein genauer Blick besonders. Eine CE-Kennzeichnung allein ersetzt keine deutsche Betriebserlaubnis. Ein Modell ohne ABE zu kaufen und dieses auf 20km/h zu drosseln ist nicht ausreichend, hier bräuchte man noch eine Einzelabnahme, die meist zu teuer ist, als dass sie sich für einen E-Scooter lohnen würde.

Alter kann den Beitrag deutlich beeinflussen

Beim Preisvergleich fällt schnell auf: Viele Versicherer unterscheiden nach dem Alter des Versicherungsnehmers oder der Fahrer. Häufig sind Tarife ab 23 Jahren günstiger. Für jüngere Fahrer können die Beiträge höher ausfallen.

Wichtig ist das nicht nur für denjenigen, der die Versicherung abschließt. Wenn im Haushalt Kinder oder Jugendliche den Scooter mitnutzen sollen, sollte man genau in die Bedingungen schauen. E-Scooter dürfen in Deutschland ab 14 Jahren gefahren werden, aber nicht jeder günstige Tarif passt automatisch, wenn auch jüngere Fahrer regelmäßig damit unterwegs sind.

Wer also einen Scooter für die Familie versichert, sollte nicht nur den günstigsten Preis anklicken, sondern prüfen, welche Fahrer tatsächlich eingeschlossen sind. Sonst spart man am falschen Ende.

Der Versicherungszeitraum läuft immer bis Ende Februar

E-Scooter-Versicherungen laufen nicht wie viele andere Verträge einfach ein Jahr ab Abschlussdatum. Der Versicherungszeitraum beginnt jedes Jahr am 1. März und endet Ende Februar des Folgejahres.

Das bedeutet: Wer im März abschließt, zahlt typischerweise den vollen Jahresbeitrag. Wer später im Jahr abschließt, zahlt bei vielen Anbietern nur noch anteilig für den restlichen Zeitraum. Die Plakette gilt aber trotzdem nur bis Ende Februar.

Zum 1. März braucht man dann wieder eine neue Plakette. Die Haftpflichtversicherung verlängert sich in der Regel nicht automatisch, man kann also nicht davon ausgehen, dass automatisch rechtzeitig eine neue Plakette zugeschickt wird. In der Praxis muss man sich jedes Jahr aktiv darum kümmern und eine neue Versicherungsplakette besorgen.

Ein guter Zeitpunkt für den Vergleich ist deshalb (außer wenn man den E-Scooter gerade neu bekommen hat) Ende Februar oder Anfang März. Wer später im Jahr kauft, sollte trotzdem vergleichen, weil die anteiligen Beiträge je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen können.

Worauf man beim Vergleich achten sollte

Beim Vergleich der E-Scooter-Haftpflicht ist es also sinnvoll, mehrere Punkte nebeneinander zu betrachten:

  • Jahresbeitrag beziehungsweise anteiliger Beitrag für den aktuellen Versicherungszeitraum
  • Wie schnell die Plakette versendet wird, bzw. ob man sie lokal abholen und direkt mitnehmen kann
  • Ob der Tarif auch passt, wenn jüngere Fahrer den Scooter nutzen sowie den Preis in diesem Fall
  • Ob nur Haftpflicht gewählt wurde oder Teilkasko, die man unter Umständen gar nicht will, automatisch mit ausgewählt ist
  • Beim Abschluss fürs nächste Versicherungsjahr, ob man nicht versehentlich die Versicherung für den Rest des alten Versicherungsjahrs abschließt

Gerade wenn man schnell losfahren möchte, kann der billigste Online-Tarif weniger attraktiv sein, wenn die Plakette erst per Post kommt. Umgekehrt kann sich Warten lohnen, wenn man nicht sofort fahren muss und dadurch einen deutlich günstigeren Anbieter wählen kann.

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